Der 104. Katholik(*inn)entag in Würzburg ist zu Ende gegangen und ich bin dabei gewesen. Die in Klammern gewählte Benennung zeigt vielleicht schon ein wenig, was mich auf diesem großen Familienfest am meisten beeindruckt hat. Es war der Queergottesdienst in der Augustinerkirche. Eine wirklich inklusive Feier, im besten Sinne katholisch, denn alle Anwesenden und Mitbedachten positiv umfassend.
„Ich will, dass du bist“ „
22.05.2026 |
Ihr Wolf-Dieter Wöffler
Leitender Referent in der Pfarrei St. Marien Weinheim
Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße
Mir wurde deutlich spürbar wie viele Menschen sich, unabhängig der Haltung anderer zu ihrem empfundenen Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung, in unserer Kirche engagieren, weil sie aufgrund der Taufe Christen sind und Jesus Christus als den tragenden Grund ihrer von Gott gewollten Existenz gefunden haben. Die Augustinerkirche war der geeignete Ort für den Gottesdienst, laden die Augustiner doch in freier Anlehnung an einen Gedanken des heiligen Augustinus „Ich will, dass du bist“ in ihre Kirche ein. Damit möchten sie daran erinnern, dass Gott einen jeden und eine jede ins Dasein gerufen hat, ohne irgendeine Vorleistung unsererseits. Gott will uns, so wie wir sind. Und es gehört Mut dazu, aufzustehen und sichtbar zu werden in meiner gottebenbildlichen Gewolltheit. So sind wir alle von Gott gesegnet und können selber Segen sein.
Unter dieser Perspektive ist der Katholik*innentag wohl schon längst Realität, denn mein G*tt diskriminiert nicht und so wie wir sind, wirken wir an Gottes Heilswerk mit. Das ist dann auch ein wenig Pfingsten. Nicht im Verschlossenen unsichtbar bleiben, sondern mutig aufstehen, in die Welt hinausgehen und authentisch Gottes große Taten verkünden, so dass jede und jeder sie hören und verstehen kann. Dann wirkt der Heilige Geist und wir haben die Chance, der oder dem anderen spürbar werden zu lassen: „Auch ich will, dass du bist!“
Leitender Referent in der Pfarrei St. Marien Weinheim
Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße




