Barbara Müller kommt aus Dossenheim und ist seit Dezember 2025 Jugendreferentin für das Gebiet der Nordbadischen Bergstraße. Wir haben die 27-Jährige gefragt, wie es dazu kam und welche Hoffnung sie für die kirchliche Jugendarbeit hat.
Hallo Barbara, kannst du uns erzählen, warum du dich auf die Stelle als Jugendreferentin beworben hast?
Ich habe Theologie und Biologie auf Lehramt studiert und habe danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Lehrstuhl für Sozialethik gearbeitet. Schon als Jugendliche war ich in der KjG und bei den Ministrant:innen in Dossenheim engagiert. Die Kombination aus meinem Studium und der Wunsch, wieder mehr kirchliche Jugendarbeit zu machen, hat dann dazu geführt, dass ich mich auf die Stelle beworben habe.
Was verbindest du mit kirchlicher Jugendarbeit?
An der kirchlichen Jugendarbeit schätze ich, dass es hier im Gegensatz zur Schule nicht um Leistung geht. Die Jugendlichen dürfen kommen wie sie sind, mit allem, was sie gerade bewegt, ohne performen zu müssen. Das ist ein Ort, den ich gerne mitgestalten möchte. Als Jugendliche durfte ich das selbst erfahren, habe in der Zeit viele liebe Freunde und eine tolle Gemeinschaft kennengelernt und hatte die Chance, Verantwortung zu übernehmen.
Welche Chancen und Herausforderungen siehst du für die Jugendarbeit im neuen, größeren Gemeindegebiet?
Eine große Chance ist, dass es weitere Ressourcen gibt, zum Beispiel dadurch, dass die Verwaltung zusammengelegt wird. Als Jugendreferentin bin ich in Vollzeit für das Gebiet der Nordbadischen Bergstraße zuständig und kann dadurch je nach Bedürfnis und Interesse der Jugendlichen unterschiedliche Angebote schaffen und mich gut vernetzen. Es ist aber auch herausfordernd, eine Identifikation mit der neuen Kirchengemeinde zu schaffen. Gerade für die Jugendarbeit sehe ich zudem die Herausforderung der weiten Entfernungen zwischen den einzelnen Gemeinden, zudem viele ja kein Auto haben oder noch nicht fahren dürfen.
Welche Angebote sind aktuell in Planung in der Jugendarbeit?
Zunächst würde ich gerne die Leiterrunden kennenlernen und erfahren, welche Wünsche und Ideen sie für meine Stelle haben. Gemeinsam mit dem Jugendbüro in Heidelberg organisieren wir eine Fahrt nach Taizé und eine Wien-Fahrt für die Ministrant:innen am Anfang der Sommerferien. Eventuell gibt es auch eine Fahrt zum Katholikentag in Würzburg im Mai dieses Jahres. Mit unserer Gemeindeassistentin Lara Michel habe ich eine Reihe von Themenabenden geplant, zum Beispiel einen Pizza-Abend oder einen Handlettering-Workshop mit geistlichen Impulsen. Voraussichtlich im Herbst wird der neue Jahrgang für die Gruppenleiter:innen-Ausbildung starten, die ich intensiv vorbereite. Das ist ein zweiwöchiger Grundkurs für Jugendliche, die gerne kirchliche Jugendarbeit in Leitungsfunktion machen möchten.
Was ist deine Hoffnung für die Jugendarbeit in der Region?
Ich hoffe, zu einer Kirche beitragen zu können, die bunt und vielfältig ist. Im Christentum haben wir so einen großen, bunten Strauß an Möglichkeiten, unseren Glauben zu leben. Ich möchte mich für eine Kirche einsetzen, die diesen Strauß wertschätzt und den aktuellen Wandel nutzt, die Vielzahl an Angeboten weiter auszubauen – sei es eine Eucharistiefeier in einer Kirche oder der Abendimpuls im Ferienlager. Für die Jugendarbeit hoffe ich, dass sie ein Ort ist, an dem die christlichen Werte wie Nächstenliebe, Solidarität und Barmherzigkeit gelernt und gelebt werden und die Jugendlichen sich und ihren Glauben ausprobieren und kritisch nachfragen können.