Chor-Ausflug KKC Heiligkreuzsteinach

14.10.2025 |

Limburg? – Alles Käse, oder was? – Von wegen!
Am Sonntag, den 12. Oktober 2025 trafen sich fünfunddreißig hartgesottene Frühaufsteher kurz nach sieben am Karl Brand Platz, um zum Chorausflug des Katholischen Kirchenchors Heiligkreuzsteinach nach Limburg aufzubrechen. Nicht wenige wunderten sich, einen Bus vorzufinden, der vorher die luxemburgische Fußballnationalmannschaft nach Sinsheim und später nach Bratislava gebracht hatte. 

Bei Bad Camberg wurde ein Zwischenstopp eingelegt, und manche fürchteten schon, die Fahrt würde nun zur Absolvierung eines Sondertrainings unterbrochen. Stattdessen wurde den Ausflüglern ein zweites Frühstück offeriert, rustikal mit Fleischwurst, Steinachtalperlen und Weißbrot, oder sonntäglicher mit Kaffee und Kuchen – wahlweise auch beides.
Eine halbe Stunde später traf der Bus in Limburg ein, und die Gruppe wurde von zwei Damen zwecks einer einstündigen Stadtführung in Empfang genommen. Neben humorvollen Bonmots und Anekdoten erfuhr man auch viel Wissenswertes über die Stadt und ihre wechselhafte Geschichte. 
Im Jahr 910 der Ort wurde das erste Mal unter dem Namen Lintpurc erwähnt. Der Name Limburg entstand vermutlich aufgrund einer fränkischen Burg aus der Merowingerzeit, die in der Nähe zum heute versiegten Linterer Baches lag, der am Domfelsen in die Lahn mündete. Das heutige Aussehen mit engen Gassen und Fachwerkhäusern erhielt die Stadt nach einigen Bränden im Hochmittelalter.
Wie in allen mittelalterlichen Städten ist die enge Bebauungsform der Begrenzung des Raumes durch die Stadtmauer geschuldet. Außerhalb der schützenden Mauer wollte man nicht wohnen, also wurde der Bauraum innerhalb mit der Zeit immer knapper. Die meisten Häuser haben Stockwerke, die oberhalb des Erdgeschosses in die Straßen hinein kragen, d. h., hinein ragen. Der Grund war einfach. Die größeren Straßen wurden nämlich so geplant, dass Fuhrwerke der Handelsherren gerade so um die Straßenecken gelangen konnten, ohne rangieren zu müssen. Daher stand erst der Raum oberhalb der Fuhrwerkshöhe zum breiteren Ausbau der Häuser für mehr Raum zur Verfügung. Dass kaum eine der Straßen gerade verläuft sondern verwinkelt, hat mit Aberglauben zu tun. Damit wollte man es den bösen Geistern erschweren, sich in der Stadt zurecht zu finden.
Warum heißt ein Laden eigentlich Laden? Weil man im Mittelalter oft nur die Läden der Keller hochklappte und darauf die Waren zum Verkauf hinstellte. Nun war der Laden offen, und es konnte verkauft werden.
Viele Häuser tragen auch einen Neidstein, der den Passanten die Zunge herausstreckt. Diese Steine zeigten einerseits den Stolz der Erbauer und tadelten andererseits die Neider.
Am Marktplatz steht das Denkmal für ein sonderbares Limburger Original, dem vormaligen Raubritter und späteren Stadthauptmann von 1357, Friedrich von Stattheim, zur Erinnerung. Warum man „dem windigen Gesellen“, der laut Stadtführerin, „sein Schwert als Ritter an den Nagel hängen musste, deshalb auf den Hund gekommen war, Leute in die Tasche steckte und nebenbei als Trunkenbold berüchtigt war“, ein Denkmal setzte, blieb unbeantwortet. Vielleicht setzt man oft den falschen Leuten ein Denkmal.
Der Besuch des Domes fiel innerhalb der Stadtführung hingegen sehr knapp aus; für manchen zu knapp. Somit konnte der Chor auch dort nicht singen.
Später als geplant traf man im Gasthaus zum Burgkeller zu Mittagessen ein. Im Anschluss daran kamen wir dann doch noch zu unserem Sondertraining, als wir nach dem Essen nach 13:00 Uhr aus der Gaststätte eilten und zur Anlegestelle des Ausflugsschiffes an der Lahn hetzten. Geplante Abfahrtszeit war 13:20 Uhr. Nur mit Mühe ließ sich der Kapitän dazu bewegen, ein paar Minuten später abzulegen. Für einige, nicht so gut zu Fuß, war dies eine echte Herausforderung.
Als endlich alle an Bord waren, erwartete uns eine Kaffee- und Kuchentafel während der neunzigminütigen Lahnfahrt. Erst ging es lahnaufwärts bis Dietkirchen mit seiner Lubentiusbasilika, dann zurück nach Limburg in die Schleuse, von wo aus alle sieben Türme des Limburger Domes, die an die sieben Tore Jerusalems erinnern, auf einen Blick zu sehen sind – was von anderen Standorten aus meist nicht möglich ist. Dann ging es lahnabwärts, wo das Schloss Oranienstein den Wendepunkt für die Rückfahrt markierte. Nach so viel Programm war es Zeit für die Rückreise. Wäre der Himmel über Limburg nicht durchgehend bewölkt gewesen, sondern sonnig, hätte dies dem gelungenen Ausflug noch die Krone aufgesetzt.
Das entgangene Singen wurde dann auf der Heimreise im Bus nachgeholt, mit einem ganz modernen Konzept, da die Sängerinnen und Sänger nicht in ihren Stimmen zusammen saßen, sondern wahllos verteilt waren. Jede und jeder musste auf sich selbst gestellt seine Stimme halten. Es soll sogar Überlegungen geben, die Singstunden generell in einem Bus abzuhalten.
Um 18:15 Uhr war man wieder zurück, verabschiedete sich voneinander, und ein harter Kern ging noch gemeinsam zum Ausklang in den Roten Löwen.
So bleibt am Schluss noch allen Initiatoren, Organisatoren, allen, die für das leibliche Wohl sorgten und all denen Dank zu sagen, die in irgendeiner Form zum Gelingen dieses Chorausflugs beigetragen haben.
Limburg? – Alles Käse, oder was? – Von wegen!
(rome)