Wochenimpuls: Cervus elaphus
21.01.2026 |
Liebe Leserinnen und Leser,
hinter diesem lateinischen Namen verbirgt sich das Tier des Jahres 2026, nämlich das größte heimische Landsäugetier, der „König der Wälder“: der Rothirsch. Dieses Tier ist dafür bekannt, dass es sehr genau weiß, wo es das findet, was es zum Leben braucht: frische Quellen mit gutem Wasser und Wiesen mit reicher Nahrung. Doch wird sein Lebensraum immer kleiner, weshalb er in seiner Existenz bedroht ist und von der Deutschen Wildtier Stiftung zum „Tier des Jahres“ gewählt wurde.
Der Hirsch erinnert mich an Psalm 42, Vers 2, wo es heißt: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so ruft meine Seele, Gott nach dir“. So wunderbar vertont von Felix Mendelssohn Bartholdy. „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser…“ – Was mache ich, um meinen Durst zu stillen? Und da meine ich jetzt nicht nur den körperlichen. Was mache ich, um meinem unruhigen inneren Geist Nahrung zu geben?
Viel Medienkonsum, muss ich zugeben. Andere gehen viel einkaufen, Powershopping. Aber tut das der Seele wirklich gut? Nachhaltig gut? – Mir nicht.
Was mir gut tut, wenn ich darüber nachdenke, ist ein Abendessen mit einem guten Freund, wo wir das bereden, was uns umtreibt. Oder gemeinsame Zeit mit meiner Schwester bei einer Tasse Kaffee oder einem Konzertbesuch.
Ich spüre: Gute Quellen, gute Nahrung haben für mich auch etwas mit Gemeinschaft zu tun. Der Mensch ist eben auch ein „Rudeltier“, wie der Hirsch. Aber wir weichen so oft aus. Lassen uns ablenken. Suchen uns Quellen, die zumindest auf Dauer nicht satt machen, nicht guttun. Und Gott und das, was wir als innere Ruhe bezeichnen, finde ich so auch nicht.
„Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so ruft meine Seele, Gott, nach dir“. Das bedeutet für mich die Sehnsucht nach Glauben, nach Vertrauen können, nach einem Sinn des Lebens. Und darum ist für mich auch das tägliche Gebet und die wöchentlichen Gottesdienste eine gute Quelle. Da kann ich hören, spüren und mich daran erinnern lassen, dass Gott mir persönlich viele Quellen bereithält, aus denen ich schöpfen kann und die dem Leben wirklich guttun. Mögen wir aus diesen Quellen immer wieder schöpfen dürfen. Ihr Ronny Baier