„Ihr seid der Schatz dieser Pfarrei und das Gesicht der Kirche vor Ort.“ Mit diesen wertschätzenden Worten wandte sich Pfarrer Johannes Balbach im Investiturgottesdienst an die Gläubigen der neu gegründeten Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße. Domkapitular Bernd Gehrke führte ihn sowie die weiteren Mitglieder des Kernteams und der Verwaltung am 17. Januar 2026 in der Pfarrkirche St. Marien Weinheim feierlich in ihre neuen Ämter ein.
In einer neuen Gemeinschaft geht es weiter
20.01.2026 |
Investiturgottesdienst der Pfarrei St. Marien Weinheim
Leitung ist nur in Gemeinschaft möglich
Gemeinsam mit dem stellvertretenden Pfarrer Stephan Sailer, dem leitenden Referenten Wolf-Dieter Wöffler sowie den beiden Pfarreiökonominnen Alexandra Ernst und Cecilia Atristain de Knapp möchte Pfarrer Balbach „auf Augenhöhe vertrauensvoll zusammenarbeiten“. In Zeiten einer zerrissenen Gesellschaft im Wandel sei es umso wichtiger, eine Botschaft der Menschlichkeit zu senden und im Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit voranzugehen. Als Zeichen der Gemeinschaft entzündete Ministrantin Mariana eine große Kerze mit dem neuen Logo der Pfarrei. 19 weitere Kerzen in kleinerer Ausführung werden zukünftig an den Kirchorten im Gemeindegebiet zu finden sein und so die Zusammengehörigkeit auch räumlich erfahrbar machen.
Domkapitular Bernd Gehrke griff diesen Gedanken auf und erinnerte daran, dass alle Gemeindemitglieder durch die Taufe und Firmung berufen seien, am Aufbau der Kirche mitzuwirken und Pfarrer Balbach in seinem Dienst zu unterstützen. Der Prozess der Kirchenentwicklung sei herausfordernd, aber helfe auch, den Blick auf das Wesentliche zu richten. Es brauche Mut, Ausdauer und Vertrauen, um weiterhin in den Fußspuren Jesu Christi unterwegs zu bleiben.
Erste Feier der Eucharistie als neue Kirchengemeinde
Dies kam auch in den Fürbitten zum Ausdruck, die Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen der Pfarrei wie Jugend, Seelsorge oder den Gemeindeteams sowie der evangelischen Kirchengemeinde vortrugen. „Du stellst unsere Füße auf weiten Raum“, zitierte Gemeindereferentin Ute Arnold aus den Psalmen und bat darum, dass der Heilige Geist diesen weiten Raum fülle mit Leben, Begeisterung und einem neuen Miteinander.
Im Anschluss an die Investitur eröffnete Pfarrer Balbach als erste Erfüllung des bischöflichen Auftrags die Feier der Eucharistie. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Kapelle Ave Maria aus Leutershausen sowie Sängerinnen und Sängern der Kirchenchöre aus dem gesamten Gemeindegebiet gestaltet. An der Orgel begleitete Jutta Stock die Feier und verlieh ihr einen festlichen Rahmen.
Grußworte aus dem Pfarreirat, der Ökumene und den politischen Gemeinden
„Früher war es einfacher, eine Gemeinde zu leiten, da es nur eine Pfarrkirche vor Ort gab“, stellte Simon Schwalbenhofer, Vorsitzender des Pfarreirats, fest. Dennoch hoffe er, dass die Gläubigen an allen Orten der neuen Kirchengemeinde ein Zuhause finden. Damit sich auch Pfarrer Balbach stets willkommen fühle, überreichte er ihm augenzwinkernd ein „Pfarrer-Parkplatzschild“, um ihm die Parkplatzsuche an den Kirchen zu erleichtern.
„Schauen wir auf das, was uns verbindet“, betonte evangelische Dekanin Ute Jäger-Fleming und überreichte dem Kernteam und den Pfarreiökonominnen fünf Tagebücher. Sie bedankte sich für die bisherige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und möchte auch in Zukunft in engem Austausch mit dem neuen Team bleiben.
„In einer Zeit, in der die Gesellschaft sich verändert, kommt es mehr denn je darauf an, Menschen zu verbinden und mit ihnen nach Lösungen zu suchen“, sagte Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just in seiner Ansprache, auch im Namen seiner Amtskollegen von der Badischen Bergstraße. Der Transformationsprozess sei eine große Aufgabe und gehe zwangsläufig mit Neuem einher.
Persönliche Begegnungen und Ausklang in Gemeinschaft
Im Anschluss an den zweieinhalbstündigen Gottesdienst nutzten viele Gemeindemitglieder die Gelegenheit, beim Empfang im Gemeindehaus St. Marien persönlich mit Pfarrer Balbach sowie dem Kernteam und der Verwaltung ins Gespräch zu kommen und den begonnenen Weg in offener Atmosphäre weiterzuführen.
Der Investiturgottesdienst machte deutlich, dass die neue Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße ihren Weg in gemeinsamer Verantwortung beginnt – getragen von Glauben, gegenseitigem Vertrauen und dem festen Willen, Kirche vor Ort lebendig zu gestalten.



















