Liebe Leserinnen und Leser,
vergangenen Mittwoch feierte die Kirche den Gedenktag des ersten Bischofs von Eichstätt, des heiligen Willibald. Dieser war salopp gesagt Teil eines großen missionarischen christlichen Familienunternehmens. Geboren wurde er um das Jahr 700 in Südengland als Sohn des angelsächsischen Edelmanns Richard von Wessex und dessen Frau Wuna.
Wochenimpuls: 83. Bischof von Eichstätt
14.07.2026 |
Wie seine beiden jüngeren Geschwister Wunibald und Walburga wurde auch Willibald in einem Kloster erzogen und erhielt dort eine umfassende Bildung. Im Jahr 720 nahm Richard von Wessex seine beiden Söhne Willibald und Wunibald mit auf eine Pilgerfahrt nach Rom. Dort sollte er allerdings nie ankommen. Seine beiden Söhne mussten ihn nämlich in Lucca in der Toskana beerdigen, wo er völlig überraschend verstarb. Seine beiden Söhne Willibald und Wunibald blieben in Italien, traten in Rom in das Benediktinerkloster von San Anselmo ein und studierten Theologie in der ewigen Stadt.
Nach einer Reise ins Heilige Land kehrte Wunibald in die englische Heimat zurück, während Willibald für zwei Jahre nach Konstantinopel ging und danach bis 739 im Mutterkloster der Benediktiner auf dem Montecassino als Mönch lebte. Als er sich zu seinem Bruder Wunibald nach England aufmachen wollte, machte er Station in Rom. Dort wurde er von Papst Gregor III. zur Mission in Deutschland berufen. Der heilige Bonifatius, ein Onkel von Willibald, soll den Papst darum gebeten haben. So zog Willibald ins Altmühltal nach Eichstätt.
Dort wurde er 740 zum Priester und im Jahr darauf von seinem Onkel Bonifatius in Erfurt zum ersten Bischof von Eichstätt geweiht. Willibald ließ dort den ersten Dom und das angeschlossene Kloster errichten und missionierte, unterstützt von einer schnell wachsenden Zahl von Mönchen, Ordensschwestern und Priestern sehr erfolgreich im bayerischen, fränkischen und schwäbischen Raum.
Kaum Bischof geworden, holte Willibald seine Geschwister Wunibald und Walburga aus England zu sich, damit sie ihn in seinem Missionswerk unterstützten. 751 gründete Willibald zusammen mit seinem Bruder Wunibald das Benediktinerkloster Heidenheim an der Brenz, das sich zu einem bedeutenden religiösen Zentrum in Süddeutschland entwickelte und das nach Wunibalds Tod im Jahr 761 von beider Schwester Walburga geleitet wurde.
Am 7. Juli 787 stirbt der heilige Willibald in Eichstätt – acht Jahre nach seiner Schwester Walburga und 26 Jahre nach seinem Bruder Wunibald – und wurde in „seinem“ Dom in Eichstätt beigesetzt. Im Jahr 870 überführte man die Gebeine seiner Geschwister nach Eichstätt und Mitte des 12. Jahrhunderts wurden auch die Gebeine ihres Vaters Richard aus der Toskana nach Eichstätt gebracht. – Familienzusammenführung im Tod. Bis heute ruhen die vier dort vereint im Eichstätter Dom und ihre Gräber sind nach wie vor das Ziel frommer Beter und Wallfahrer. Menschen wie Bonifatius, dessen Schwager Richard, seiner Nichte Walburga, seiner Neffen Willibald und Wunibald sowie zahlreicher anderer angelsächsischer Missionare verdankt die Kirche unseres Landes unendlich viel.
Wenige Stunden bevor wir am 7. Juli, dem Gedenktag des Heiligen Willibald, in Dossenheim die Abendmesse feierten, wurde zeitgleich in Rom, Eichstätt und in Freiburg bekannt gegeben, dass das Bistum Eichstätt einen neuen Bischof bekommt, nachdem im Juni vergangenen Jahres der dortige Bischof Gregor Maria Hanke auf eigenen Wunsch hin zurückgetreten ist.
Sein Nachfolger wird der Freiburger Weihbischof Christian Würtz. Innerhalb von weniger als acht Jahren ist Würtz nun, nach Michael Gerber (Fulda), der nächste Freiburger Weihbischof, der zum Bischof in einem anderen deutschen Bistum ernannt wird. Die Eichstätter Katholiken dürfen sich freuen, denn der aus Karlsruhe stammende Christian Würtz bringt viele der Eigenschaften mit, die man sich heutzutage von einem guten Oberhirten wünscht.
Er ist den Menschen zugewandt und nicht abgehoben, umsichtig und verlässlich und dazu akademisch hoch qualifiziert. Er hat sowohl in Rechtswissenschaft (staatliches und kirchliches Recht) als auch in katholischer Theologie promoviert. Ich wünsche ihm die nötige Kraft und Gottes Segen für seine neue Aufgabe in Eichstätt und bin zugleich gespannt darauf, wer Christian Würtz im Amt als Weihbischof in unserer Diözese nachfolgen wird.
Ihr Ronny Baier
Nach einer Reise ins Heilige Land kehrte Wunibald in die englische Heimat zurück, während Willibald für zwei Jahre nach Konstantinopel ging und danach bis 739 im Mutterkloster der Benediktiner auf dem Montecassino als Mönch lebte. Als er sich zu seinem Bruder Wunibald nach England aufmachen wollte, machte er Station in Rom. Dort wurde er von Papst Gregor III. zur Mission in Deutschland berufen. Der heilige Bonifatius, ein Onkel von Willibald, soll den Papst darum gebeten haben. So zog Willibald ins Altmühltal nach Eichstätt.
Dort wurde er 740 zum Priester und im Jahr darauf von seinem Onkel Bonifatius in Erfurt zum ersten Bischof von Eichstätt geweiht. Willibald ließ dort den ersten Dom und das angeschlossene Kloster errichten und missionierte, unterstützt von einer schnell wachsenden Zahl von Mönchen, Ordensschwestern und Priestern sehr erfolgreich im bayerischen, fränkischen und schwäbischen Raum.
Kaum Bischof geworden, holte Willibald seine Geschwister Wunibald und Walburga aus England zu sich, damit sie ihn in seinem Missionswerk unterstützten. 751 gründete Willibald zusammen mit seinem Bruder Wunibald das Benediktinerkloster Heidenheim an der Brenz, das sich zu einem bedeutenden religiösen Zentrum in Süddeutschland entwickelte und das nach Wunibalds Tod im Jahr 761 von beider Schwester Walburga geleitet wurde.
Am 7. Juli 787 stirbt der heilige Willibald in Eichstätt – acht Jahre nach seiner Schwester Walburga und 26 Jahre nach seinem Bruder Wunibald – und wurde in „seinem“ Dom in Eichstätt beigesetzt. Im Jahr 870 überführte man die Gebeine seiner Geschwister nach Eichstätt und Mitte des 12. Jahrhunderts wurden auch die Gebeine ihres Vaters Richard aus der Toskana nach Eichstätt gebracht. – Familienzusammenführung im Tod. Bis heute ruhen die vier dort vereint im Eichstätter Dom und ihre Gräber sind nach wie vor das Ziel frommer Beter und Wallfahrer. Menschen wie Bonifatius, dessen Schwager Richard, seiner Nichte Walburga, seiner Neffen Willibald und Wunibald sowie zahlreicher anderer angelsächsischer Missionare verdankt die Kirche unseres Landes unendlich viel.
Wenige Stunden bevor wir am 7. Juli, dem Gedenktag des Heiligen Willibald, in Dossenheim die Abendmesse feierten, wurde zeitgleich in Rom, Eichstätt und in Freiburg bekannt gegeben, dass das Bistum Eichstätt einen neuen Bischof bekommt, nachdem im Juni vergangenen Jahres der dortige Bischof Gregor Maria Hanke auf eigenen Wunsch hin zurückgetreten ist.
Sein Nachfolger wird der Freiburger Weihbischof Christian Würtz. Innerhalb von weniger als acht Jahren ist Würtz nun, nach Michael Gerber (Fulda), der nächste Freiburger Weihbischof, der zum Bischof in einem anderen deutschen Bistum ernannt wird. Die Eichstätter Katholiken dürfen sich freuen, denn der aus Karlsruhe stammende Christian Würtz bringt viele der Eigenschaften mit, die man sich heutzutage von einem guten Oberhirten wünscht.
Er ist den Menschen zugewandt und nicht abgehoben, umsichtig und verlässlich und dazu akademisch hoch qualifiziert. Er hat sowohl in Rechtswissenschaft (staatliches und kirchliches Recht) als auch in katholischer Theologie promoviert. Ich wünsche ihm die nötige Kraft und Gottes Segen für seine neue Aufgabe in Eichstätt und bin zugleich gespannt darauf, wer Christian Würtz im Amt als Weihbischof in unserer Diözese nachfolgen wird.
Ihr Ronny Baier




